Machbarkeitsstudie zeigt Nutzungsmöglichkeiten für die Lokschuppen am Kyritzer Bahnhof – am Tag des offenen Denkmals am 13. September öffnen die Lokschuppen ihre Tore
Im Jahr 2019 hatte die Stadt Kyritz die früheren Lokschuppen am Kyritzer Bahnhof erworben und anschließend das Dach saniert und das Gebäude gesichert, um illegales Betreten und Vandalismus zu verhindern. Zudem wurden die Gebäude und die Freiflächen beräumt und werden seitdem vom Baubetriebshof gepflegt.
Offen blieb zunächst die zukünftige Nutzung des Areals. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kyritz beschloss dann im Jahr 2024, für die Lokschuppen eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen, um folgende Aspekte zu prüfen:
• Nachnutzungsoptionen beider Lokschuppen unter Berücksichtigung der baulichen Potenziale
• Umfeldgestaltung zwischen Strüwestraße und Bahnflächen
• Synergien und Konkurrenzen in Bezug auf andere Angebote in Kyritz und im Umland
• planungsrechtliche Anforderungen und weiterer Untersuchungsbedarf
• Optionen hinsichtlich des Betriebs, der Verpachtung/Vermietung und ggf. Verkauf der Gebäude- und Grundstücksflächen,
• einmalige und laufende Kosten und Einnahmen unter Berücksichtigung von
Fördermöglichkeiten.
Nach einer Ausschreibung wurde die INIK GmbH aus Cottbus mit der Erstellung der
Machbarkeitsstudie beauftragt. Diese wurde nun den Stadtverordneten vorgestellt:
Die Machbarkeitsstudie zur Entwicklung der Lokschuppen Kyritz kommt zu einem insgesamt
positiven Ergebnis. Es besteht ein nachvollziehbarer Bedarf für die vorgesehene Nutzung als
sogenannter „Dritter Ort“ - als offener, niedrigschwelliger Treffpunkt jenseits von
Wohnen (erster Ort) und Arbeit (zweiter Ort), der Begegnung, Austausch, kulturelle Aktivität und Teilhabe ermöglicht.
Die bauliche Umsetzbarkeit ist auf Grundlage der vorliegenden Bestands- und Fachgutachten gegeben. Auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit wird als realistisch eingeschätzt. Die erforderlichen Investitionskosten bewegen sich in einem förderfähigen Rahmen. Eine Finanzierung erscheint durch die Kombination aus Fördermitteln, kommunalen Eigenanteilen sowie nutzungsbezogenen Einnahmen grundsätzlich darstellbar. Damit sind die wesentlichen strukturellen, finanziellen und planerischen Voraussetzungen für eine schrittweise Entwicklung gegeben.
Für die weitere Umsetzung ist jedoch ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Politik, Verwaltung
sowie weiteren lokalen und regionalen Akteurinnen und Akteuren erforderlich. Insbesondere die spätere Funktion der Lokschuppen als „Dritter Ort“ setzt kooperative Strukturen und eine geteilte Verantwortung voraus.
Aus der Machbarkeitsstudie ergeben sich nun folgende zentrale Handlungsschritte:
• eine kommunalpolitische Grundsatzentscheidung zur Entwicklung der Lokschuppen als „Dritter Ort“, einschließlich Festlegung eines schrittweisen Vorgehens und einer prioritären Nutzungsrichtung
• Aufnahme von Abstimmungen zur Realisierung einer niveaugleichen Querung der
Bahntrasse unter Einbindung der zuständigen Infrastruktur- und Genehmigungsstellen
• Frühzeitige Klärung der Förderfähigkeit durch Abstimmungen mit dem Landesamt für
Bauen und Verkehr sowie Prüfung weiterer Förderprogramme.
• Einbindung der Kleeblattregion zur Abstimmung regionaler Entwicklungsperspektiven und
zur Nutzung möglicher Synergien
• temporäre Erprobungsphase öffentlichkeitswirksamer Nutzungsformate, z.B. zum Tag des offenen Denkmals am 13. September
• Festlegung eines geeigneten Organisations- und Betreibungsmodells als Grundlage für die
weitere Ausgestaltung
• Aufbau eines belastbaren Förder- und Partnerschaftsnetzwerks mit Akteurinnen und
Akteuren aus Kultur, Denkmalpflege und Regionalentwicklung
• Aufnahme erster Gespräche mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur
zur Klärung von Fördermöglichkeiten sowie zur Sicherung einer Anschubfinanzierung,
insbesondere für Personal
• Berücksichtigung der erforderlichen kommunalen Eigenanteile in der mittelfristigen
Haushaltsplanung ab dem Haushaltsjahr 2027
• Organisation von Fach- und Exkursionsformaten zur Unterstützung der politischen
Entscheidungsfindung anhand vergleichbarer Projekte
• Vorbereitung und Durchführung eines zweistufigen Betreiberwettbewerbs
Die Machbarkeitsstudie kann hier eingesehen werden:
file:///C:/Users/WOLF~1.KYR/AppData/Local/Temp/10/Machbarkeitsstudie_Lokschuppen_Inikgmbh.pdf
Wer sich ein persönlich vom Potenzial der Lokschuppen überzeugen möchte, ist herzlich zum Tag des offenen Denkmals am 13. September eingeladen:
Geplantes Programm:
11 Uhr Eröffnung mit Grußworten von Nora Görke, Bürgermeisterin
11 - 13 Uhr Livemusik
12 - 17 Uhr Infostand Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e.V.
13.00/14.00/15.00 Uhr sachkundige Rundgänge
16 - 19 Uhr elektronische Musik
Bild zur Meldung: Machbarkeitsstudie zeigt Nutzungsmöglichkeiten für die Lokschuppen am Kyritzer Bahnhof – am Tag des offenen Denkmals am 13. September öffnen die Lokschuppen ihre Tore
