Geschichten aus der Tonne: Kleiderschrank aussortiert? Kleidercontainer voll? Was jetzt?
In ihrer Kolumne "Geschichten aus der Tonne" berichtet OPR-Abfallberaterin Anne Neumann über spannende Themen rund um die Mülltrennung. Was gehört in welche Tonne und welche Alternativen gibt es möglicherweise? In ihrer neuen Folge beschäftigt sich Anne Neumann mit der Altkleiderentsorgung.
Wir sind es gewohnt unsere Säcke voll ausrangierter Kleider zu den Containern zu bringen und einzuwerfen. Doch dieses Vorgehen ist kaum noch möglich. Die wenigen Sammelcontainer sind meistens schon voll und es türmen sich schon Tüten daneben.
Doch warum ist das eigentlich so? Liegt dies wirklich an der Gesetzesänderung im Jahr 2025, welche die Entsorgung von Alttextilien im Restabfall untersagt oder steckt da mehr dahinter? Tatsächlich ist es so, dass die Menge an Alttextilien seit Jahren immer und immer mehr ansteigt. Durch die großen Mengen verliert die Altkleidung, welche vor Jahren noch gut zu vermarkten war, zunehmend an Wert. Es ist mittlerweile so, dass die Textilverwerter Geld dafür nehmen, die Kleidung überhaupt noch abzunehmen.
Wir kommen also aus einer Zeit, in welcher das Einsammeln von Alttextilien ein gutes Geschäft war. Plötzlich und unerwartet finden wir uns in einer Zeit wieder, in welcher wir viel zu viele günstige Klamotten shoppen und dann nicht mehr wissen wohin damit.
Was können wir also tun? Die Lösung des Problems kann nicht sein, neue Altkleidercontainer aufzustellen und diese über die Abfallgebühren zu finanzieren. Dies würde für alle eine sehr teure Angelegenheit werden und nicht dafür sorgen, dass das Problem verschwindet. Wir würden es nur verlagern – in einen für uns nicht mehr sichtbaren Bereich – und alle würden sich über den Anstieg der Müllgebühren beschweren.
Was können wir also tun? Wir alle sortieren hin und wieder aus, weil uns die Stücke nicht mehr gefallen, die Kinder herausgewachsen sind, uns selbst die Sachen zu groß oder zu klein geworden sind. Diese Kleidungsstücke sind aber kein Fall für die Tonne. Das Beste, was mit diesen Kleidern geschehen kann ist die Weitergabe. Nutzen Sie verschiedene Verkaufsplattformen im Internet, geben Sie die Stücke im Freundeskreis oder in der Kita weiter oder bringen Sie die Kleidung zu den Kleiderkammern. So können die Kleidungsstücke in unserer Region ohne große Transporte weitergenutzt werden.
Kaufen Sie selbst hochwertige Kleidungsstücke. Diese halten länger und oftmals lohnt sich dann auch eine Reparatur. Oder kaufen Sie selbst gebrauchte Kleidung und leisten Sie so Ihren Beitrag dafür, den Altkleiderberg zu verkleinern.
Da verschmutzte Textilien im Restabfall zu entsorgen sind, bleiben dann eigentlich nur noch Textilien übrig, welche zerschlissen und nicht mehr zu reparieren sind. Diese können ein wertvoller Rohstoff sein und werden zukünftig in einen Recyclingprozess übergehen. Diese Textilien geben Sie bitte in die Kleidercontainer des Landkreises [Link: Altkleider / Landkreis Ostprignitz-Ruppin] oder sammeln sie in Säcken, um diese bei der nächsten Sperrmüllabholung dazuzustellen.
Mein Artikel bringt Ihnen nicht die einfache Lösung, denn Abfälle zu vermeiden, ist nicht einfach. Wir müssen unser Verhalten ändern und dies ist kompliziert. Wichtig ist es, zunächst den ersten Schritt in die richtige Richtung zu machen.
Eine Aufgabe bis zur nächsten Kolumne könnte sein, sich ein Kleidungsstück auszusuchen und reparieren zu lassen oder es sogar selbst zu flicken.
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