Marktplatz Kyritz

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Marktplatz in Kyritz

 

Mit der planmäßigen Anlage der Siedlung Kyritz im 13. Jahrhundert ist vermutlich auch ein Marktplatz abgesteckt worden, dessen räumliche Ausprägung sich allerdings deutlich von dem heutigen Platz unterschieden haben dürfte. Bis ins beginnende 20. Jahrhundert war der Marktplatz der wichtigste Handelsstandort der Stadt. Auf dem Platz wurde aber nicht nur gehandelt, sondern bereits im Mittelalter traten vor allem zu den Jahrmärkten Possenreißer und Musikanten, Akrobaten und Jongleure auf. Ebenso zeigte man exotische Tiere oder Kälber mit zwei Köpfen. Neben christlichen Prozessionen führte man auf dem Markt Fastnachts- oder Osterspiele auf. Als sich im ausgehenden 19. Jahrhundert die Bedeutung als Handelsplatz allmählich verringerte und sich die Handelstätigkeit in die Erdgeschosse der Häuser oder in Markthallen verlagerte, entwickelten sich vor allem in den größeren Städten die Marktplätze zunehmend als Orte der Repräsentation, aber auch der politischen Artikulation. Baumpflanzungen, das Anlegen von Grünflächen sowie das Aufstellen von Denkmälern machten die Plätze repräsentativer. Zur Aufwertung des Platzes trugen – wie in Kyritz – auch neue stattliche Rathaus- und Gewerbebauten bei. Mit der baulichen Aufwertung der Marktplätze verband sich auch eine repräsentativere Nutzung. Siegesund Huldigungsfeiern, Religionsfeste und Jubiläen sowie andere festliche Veranstaltungen nutzten den dafür noch besonders geschmückten Platz. Allerdings fanden während des Nationalsozialismus die Bücherverbrennungen oft auf den Marktplätzen statt.

Nach dem Krieg gab es wieder Markttage, aber auch politische Veranstaltungen sowie Stadtfeste, Jubiläumsfeiern und andere kulturelle Veranstaltungen u. a. mit Festkonzerten und Filmvorführungen. Mit heutiger Technik gibt es auch neue Möglichkeiten der Illuminationen auf dem Marktplatz, wie sie im vergangenen Jahr unter dem Motto „Kyritz leuchtet“ durchgeführt wurden.

Im Jahr 2011 soll das „Filmfest Kyritz“ den Marktplatz als Spielort etablieren und ihm so eine weitere Facette als genutztes Denkmal hinzufügen. In Workshopwochen werden Jugendliche der Stadt unter Anleitung professioneller Filmemacher Kurzfilme zum Thema Altstadt erarbeiten und auf dem Markt zur Vorführung bringen. Dabei sollen bau- und stadtgeschichtliche Entwicklungen der Altstadt, insbesondere des Marktplatzes in Verbindung mit seiner Funktion als Standort des Handels und der Kommunikation reflektiert werden. Der Kyritzer Markplatz ist bis heute der wichtigste Platz der Stadt und mit seiner Sanierung in den Jahren 2000 – 2001 gestaltete man die wichtigste öffentliche Fläche der Altstadt neu. Dabei wurden die in der DDR-Zeit dem damaligen Zeitgeist entsprechenden dreieckigen Pflanzbeete mit dem Nadelholzbestand wieder zurückgebaut und die Platzfläche erhielt in Anlehnung an die historische Gestaltung eine einheitliche Großsteinpflasterung aus Granit mit Bürgersteigen vor den Gebäuden. Außer der „Friedenseiche“ wurde die Platzfläche bewusst von Einbauten freigehalten. Die Baumreihe vor der südlichen Häuserzeile der Westseite, die Pumpe auf der Ostseite sowie der einige Jahre später errichtete Marktbrunnen ordnen sich am Rand des Platzes ein wie auch das notwendige Ausstattungsinterieur mit Bänken, Papierkörben, Fahrradbügeln, Pollern, Lampen usw. Diese Gestaltung hat sich, insbesondere für die vielfältige Nutzung der Platzfläche durch Wochenmärkte, Stadtfeste, Weihnachtsmarkt u. a. Veranstaltungen, bestens bewährt und das nicht ganz so gehkomfortable Großpflaster der Platzfläche hat mit der umgebenden Bebauung eine überzeugende und stilvolle gemeinsame Architektursprache gefunden.

Die Platzgestaltung wurde mit rd. 777.000 EUR Städtebaufördermitteln unterstützt, wobei die anteiligen Eigenmittel der Stadt Kyritz 155.400 EUR betrugen.

 

 

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