Bodenreform und Zwangskollektivierung

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Im Hotel „Schwarzer Adler“, später „Zum Prignitzer“, in der heutigen Maxim-Gorki-Straße 38, verkündete der damalige Vorsitzende der KPD Wilhelm Pieck am 2. September 1945 die Bodenreform. Innerhalb eines Jahres wurden Großgrundbesitzer entschädigungslos enteignet und die Flächen an Bauern übergeben.

Der Kreis Ostprignitz war damals ein typischer Agrarkreis, in dem 46 Prozent der gesamten Bevölkerung in der Land- und Forstwirtschaft tätig waren. In der Ostprignitz war der landwirtschaftliche Besitz des Adels weitaus umfangreicher als im übrigen Deutschland. Kyritz war also der geeignete Platz, um mit der Bodenreform zu beginnen.

Anlässlich des 25. Jahrestages der Bodenreform am 2. September 1970 wurde vor dem damaligen Kulturhaus „Wilhelm Pieck“ das vom Bildhauer Werner Stötzer geschaffene Bodenreform-Denkmal eingeweiht. 2003 wurde es instand gesetzt. Befürworter und Gegner der Reform nutzten und nutzen es für Kundgebungen und Kranzniederlegungen.

Ein zweites Denkmal erinnert in Kyritz vor der Friedhofsmauer in der Graf-von-der-Schulenburg-Straße an die Opfer der Zwangskollektivierung. 400 000 bis dahin selbständige Bauern wurden bis 1960 in die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) gezwungen. 50 Jahre danach wurde am 25. April 2010 ein zwei Meter hoher Stein enthüllt. Er trägt die Inschrift „Den Opfern der Zwangskollektivierung im sogenannten sozialistischen Frühling 1960 in der DDR“.