Infotafel für Natura 2000-Gebiet Mühlenteich

Kyritz, den 10.01.2020

(Pressemitteilung der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg)

 

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat die Aufstellung einer Infotafel am Mühlenteich organisiert. Kurz vor Weihnachten wurde die Tafel errichtet. Sie soll auf die Schönheit und Einzigartigkeit des Natura 2000-Gebiets hinweisen.

 

Der Mühlenteich gehört zum Europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000, weil hier gefährdete Arten und Lebensraumtypen vorkommen“, erklärt Arne Lüder von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. In den vergangenen zwei Jahren wurde ein Schutz- und Bewirtschaftungsplan, ein sogenannter Managementplan, für das Gebiet erstellt. „Wir haben diese Planung koordiniert. Mit der Errichtung der Tafel schließen wir das Projekt in diesem Gebiet ab“, so Arne Lüder.

 

Viele verschiedene Akteure waren an dem Planungsprozess beteiligt, unter anderem der Heimatverein Kyritz e.V., der auch die Geschichte des Mühlenteichs für die Infotafel zusammengefasst hat sowie der ehrenamtliche Naturschützer Andree Kienast. Er hofft, dass die Tafel dazu beiträgt, dass das Gebiet auch von Anglern und anderen Besuchern besser hinterlassen wird. „Es wäre schön, wenn die Umsetzung des erarbeiteten Managementplans vorangeht und insbesondere der Rundweg um den Teich, mit der Erneuerung der Holzbrücke in Angriff genommen wird“, so Andree Kienast.

 

Der Managementplan hat gezeigt, dass insbesondere im Süden parkende Autos und Müll die Ufervegetation des Mühlenteichs sowie für die umgebenden Wälder beeinträchtigen. „Hier kann die Informationstafel helfen, die Besucher auf diesen Umstand hinzuweisen und zu sensibilisieren“, erklärt Arne Lüder. Auch eine Absperrung der fälschlicherweise als Parkplatz genutzten Grünflächen zum Beispiel mit Baumstämmen kann helfen, dass Besucher den offiziellen Parkplatz gleich nebenan nutzen.

 

Im Gebiet wurden Biber und Fischotter nachgewiesen. Damit die Fischotter nicht zu Schaden kommen, sollten bei der Fallenjagd auf Waschbären bis zu 100 Meter Abstand zu den Gewässern eingehalten werden. Der in Brandenburg eingewanderte Waschbär kommt in höherer Zahl vor. Waschbären sind Nesträuber und stellen damit eine Gefahr für die Gelege von bodenbrütenden Vogelarten wie dem Kranich dar.“ erläutert Arne Lüder. Neben dem Waschbär sollten auch mehr Rehe und Wildschweine gejagt werden, damit sich die Eichen- und Buchenwälder besser verjüngen können. Rehe fressen die jungen Triebe der aufwachsenden Bäume. Sind es zu viele, haben die Wälder keine Chance sich zu erneuern.

 

Die Verantwortlichkeit für die Umsetzung der Maßnahmen liegt bei den Naturschutzbehörden. Aber auch Flächeneigentümer, Landnutzer wie die Jäger und die aktive Ehrenamtlichen wie der Heimatverein Kyritz e.V. helfen durch ihr Engagement.

 

Der Managementplan sowie ein Gebietssteckbrief sind einsehbar auf der Seite:  www.natura2000-brandenburg.de.

 

Natura 2000

Natura 2000 stellt das größte Schutzgebietsnetz der Welt dar. Es dient dem Erhalt der typischen Lebensräume und Arten der Europäischen Union. In Brandenburg gibt es rund 600 Natura 2000-Gebiete, die sich etwa über ein Viertel der Landesfläche erstrecken. Im Landkreis Ostprignitz Ruppin gibt es insgesamt 46 Natura 2000-Gebiete.

 

Foto: Infotafel Mühlenteich - A. Kienast