Sind Menschen in Ostdeutschland fremdenfeindlicher als andere?

11.09.2018
Wer hätte gedacht, dass eine solche Frage im Jahr 2018, fast 30 Jahre nach der Wende, öffentlich diskutiert wird?! Mich macht sie wütend, denn die Frage unterstellt, es gäbe ein dunkles Deutschland, in dem man allem Fremden kritisch gegenübersteht, und ein strahlendes Deutschland, wo die Menschen gütig, gerecht und großherzig sind. In Wahrheit klingt schon das verwendete Motto #wirsindmehr wie eine Kampfansage an die Sachsen, Thüringer, Anhaltiner, Mecklenburger und Brandenburger. Denn wer dort lebt und sich nicht schnell genug zum „antifaschistischen Kampf“ bekennt, wird gerne als Feind der Demokratie abgestempelt. 
 
Viele Menschen, die heute in den neuen Bundesländern leben, haben 1989 den Zusammenbruch ihres Staatswesens, der DDR, mit eigenen Augen miterlebt. So etwas macht offenbar per se kritischer gegenüber Obrigkeiten. Viele hatten das Gefühl, nach der Wende hätte man  den Osten Deutschlands vom Westen her übernommen. Viele „Wessis“ sind hier überheblich und arrogant aufgetreten. Für sie war es leicht mit dem Wissensvorsprung, mit Kapital und der Selbstsicherheit des „Systemsiegers“. Dabei wurden den Menschen nicht nur das Wirtschaftssystem, sondern auch die Lebensweise übergestülpt, ihre eigene Kultur oft entwertet. Vielen Menschen wurde damals nicht nur die Arbeit, sondern auch ihre Lebenserfahrung, ihre Identität und ihre Würde genommen. 
 
Heute sehen sie ihr neu aufgebautes Leben erneut gefährdet. Und zwar durch die unkontrollierte Einwanderung von Menschen mit vollkommen anderen Werten, anderer Sprache, anderer Mentalität. Auch die Menschen in Ostdeutschland wissen, dass unter jenen auch echte Kriegsfüchtlinge sind, denen geholfen werden muss und soll. Aber eben leider auch viele andere, denen nach dem Gesetz kein Bleiberecht zusteht, wo offenbar eine Zuwanderung in die Sozialsysteme stattfindet. 
 
Dagegen wehren sich die Menschen in den neuen Bundesländern mit ihrem richtigen Bauchgefühl, dass da etwas nicht stimmt. Sie wehren sich direkter und entschlossener als die meisten Menschen in Westdeutschland. Schließlich haben wir im Westen länger als ein halbes Jahrhundert in Freiheit und Wohlstand leben dürfen, was uns politisch oft satt, träge und naiv gemacht hat. Für viele Menschen in Westdeutschland ist die Freiheit eine Selbstverständlichkeit und der Begriff Heimat hat für sie häufig etwas peinliches. 
Die ungehinderte Einwanderung von Millionen fremder Menschen nach Deutschland wurde bis heute nicht richtig gesetzlich oder demokratisch aufgearbeitet. Die Gefahren wurden zwar von vielen Bürgern erkannt, aber von den Regierenden nicht ernst genommen, sondern ignoriert, klein geredet und lächerlich gemacht. Heute erleben wir fast täglich die Folgen in Form von islamischen Parallelgesellschaften, explodierenden Sozialkosten, Kriminalität und Gewalt, besonders sexuelle Gewalt und nahezu täglich Messerattacken. 
 
Diese Herausforderungen betreffen Menschen in Ost- und Westdeutschland gleichermaßen. Wir sollten uns nicht spalten lassen, sondern uns im Gegenteil gemeinsam daran machen, diese gigantische Aufgabe zu bewältigen. Denn es gibt kein West- oder Ostdeutschland mehr, es gibt nur noch ein gemeinsames Deutschland, für das es sich zu kämpfen lohnt!
 
Dr. Gabriele Schare-Ruf ist Kreisvorsitzende der FDP in Ostprignitz-Ruppin. Sie praktizierte als Hausärztin in Düsseldorf, hat aber vor einigen Jahren eine neue Heimat in Rheinsberg gefunden. 
 
 

Foto: Dr. Gabriele Schare-Ruf, Kreisvorsitzende der FDP in Ostprignitz-Ruppin